Der Schatz am Wildsee

4 Uhr: Laute, aber sanfte Musik weckt uns. Unerwarteterweise sind alle müde. Man hört es aus allen Zimmern lachen – ein Zeichen für einen tollen Start in den Tag.

20 Minuten später sammeln sich die Young Explorers vor dem Naturfreundehaus Badener Höhe. Es gibt nur eine Anweisung: Hintereinander ohne Taschenlampe zum Parkplatz zu laufen. - Was passiert? Eine Traube Young Explorers trottet gemütlich, sich fröhlich unterhaltend, durch den vom gleißenden Mondlicht durchfluteten Wald zum Parkplatz.

 Im Dunkeln ging es los.

Im Dunkeln ging es los.

Nun ging es zusammen mit Svenja Fox, Rangerin, kurz vor Monduntergang in den stillen Nationalpark. Kurz nachdem wir die Kernzone erreichten, wanderten wir einzeln den Pfad zum Wildsee hinunter. Alles war ruhig, man hörte nur das Zwitschern der ersten Vögel des Tages. Oft verweilten wir an besonderen Stellen, um diese unfassbare Ruhe, das Summen der Bienen, das Rieseln einer Vielzahl von Wassertropfen, die sich am Vortag in den Nadeln der spitzen Baumkronen gesammelt hatten, zu genießen und einmal tief einzuatmen. Leichter Nebel zog den Hang hinauf, jede Minute wurde es heller und der schlafende Wald erwachte. Am See angekommen, schnappten wir uns unsere Kameras und fingen mit dem Fotografieren an.

Erst am Abend, bei einem der Inspirational Talks, wurde uns klar, dass dies ein Fehler war. Jeder wollte sofort DAS Foto machen, statt sich erst einmal umzuschauen und diesen magischen, ja fast mystischen Ort, in der Morgendämmerung mit allen Sinnen wahrzunehmen und in sich aufzusaugen. Es war unten am See recht kühl, sodass wir uns erstmal mit Bewegungseinlagen aufwärmten. 

Vom See wegblickend, sah man den orange leuchtenden und glänzenden Wald. Ein Ausblick, den man nicht alle Tage zu sehen bekommt. Nach Sonnenaufgang bekamen wir noch etwas Zeit, uns mit einem Spiegel an einen Ort zu begeben und Eindrücke zu sammeln - Zeit für sich selbst. Es war ein unbeschreibliches, aber auch komisches Erlebnis, sich selbst beim Sehen, Riechen, Hören und Träumen zu beobachten. Trotzdem war es etwas vertrautes, was man jeden Morgen sieht. Dieses sich selbst in die Augen Schauen und eventuell eigene Macken feststellen, hatte etwas Meditatives.

Langsam ging unsere Zeit am Wildsee vorüber und wir traten den Rückweg, der bei Tageslicht nocheinmal anders und vor allem wärmer war, an. Auch jetzt wurde fleißig fotografiert und genossen. Der Nebel im Tal zog wie Zuckerwatte geräuschlos dahin, sodass man die Silhouetten einiger Baumketten noch erkannte. Auf dem ,,normalen“ Weg angekommen gab es sehr viele in der Morgensonne wie Diamanten glitzernde Spinnennetze, die auch von den ein oder anderen fotografiert wurden.

Im Naturfreundehaus angekommen, stand das Frühstück schon bereit. Da wir aber schon lange auf waren, dachte ein Großteil der Gruppe ans Mittagessen …

Es war ein traumhaft schöner Morgen und eine große Ehre, den Nationalpark zu so früher Stunde mit allen Sinnen aufzunehmen – und mit der Kamera.

 Immer wieder innehalten.

Immer wieder innehalten.

 Durch die Wildnis.

Durch die Wildnis.

 Auf engen Pfaden.

Auf engen Pfaden.

 An der Großvatertanne vorbei.

An der Großvatertanne vorbei.

 Neblige Morgenstimmung.

Neblige Morgenstimmung.

 Zeit zum Fotografieren.

Zeit zum Fotografieren.

 Natur wahrnehmen. 

Natur wahrnehmen. 

 Nebel zieht an den Hängen vorbei.

Nebel zieht an den Hängen vorbei.

 Rückweg durch den Nationalpark.

Rückweg durch den Nationalpark.

von Florian und Jonathan

Fotos: Dmitry Sharomov, Jonathan Zwiener und Florian Dalke