Magische Wanderung zum wilden See

Erinnerungen an einen ganz besonderen Morgen.

Dieser Tag hatte sehr früh begonnen. Wir sind schon um vier Uhr morgens aus unseren warmen Betten geschmissen worden, um eine unglaubliche und unvergessliche Wanderung zum Wildsee erleben zu dürfen. Das zumindest wurde uns versprochen - und im Nachhinein können wir das auch echt nur bestätigen. 

In einer sternklaren Nacht sind wir los gelaufen. Der Wald noch mitten in seinem tiefen Schlaf, nur das Knacken der Steine unter unseren Füßen war zu vernehmen. So mucksmäußchen still war es. Den Wald in dem Zustand zu erleben, war etwas ganz spezielles und auch ungewohntes. Konnte es tatsächlich so lebendig und trotzdem so ruhig sein?

Der Weg zum Wildsee dauerte gut drei Stunden: über Wiesen, Grinden und den Wald laufend, erlebten wir, wie das Leben im Wald langsam erwachte. Die ersten Vögel fingen an zu zwitschern, das Summen der Bienen und die Tiere im Wald, die man rascheln hörte, machten sich bemerkbar. Als es dann zum Abstieg Richtung See ging, durfte jeder von uns ein Stück alleine los ziehen. Das war eine besondere Erfahrung, denn jeder hatte seine Ruhe und konnte den Wald so einmal ganz für sich alleine beobachten. Pünktlich zum Sonnenaufgang kamen wir unten an. Der Nebel, der mit den ersten Sonnenstrahlen verschwand, und die dunklen Nadelbäume, die auf einmal wieder Farbe bekamen und rot-orange leuchteten, raubten einem den Atem.

 Am See hatte Svenja Fox, die uns begleitete, ein paar Aufgaben für uns vorbereitet. Zum Beispiel mussten wir uns zwischen Bildern von verschiedenen Naturlandschaften auf der ganzen Welt entscheiden, welches Foto für uns am meisten ,,Natur’’ verkörperte. Es war interessant zu sehen, was für unterschiedliche Bilder vertreten wurden und was für Vorstellungen jeder von uns von dem Begriff hatte. Für die nächste Aufgabe betrachteten wir uns ganz alleine mit dem Wald im Spiegel. Ich glaube niemand von uns hatte sich schon einmal mit einem Spiegel auf einen Baumstumpf mitten im Wald gesetzt. Aber warum auch? Jeder hatte so Zeit den Wald und die Natur ganz für sich selbst zu entdecken und zu bestaunen. Für so etwas nimmt man sich meistens nicht so oft Zeit. Es war etwas ganz besonderes. Man entdeckt immer wieder neue Dinge.

Als wir uns irgendwann auf den Rückweg machten, war die Motivation für ein Frühstück sehr groß. Somit verging die Zeit auch ziemlich schnell. Auf der Hütte angekommen, hörte ich nur, dass sich das frühe Aufstehen gelohnt hatte. Mag es die Erfahrung gewesen sein, einfach einmal die Zeit nur mit dem Wald und sich selbst zu verbringen oder den Sonnenaufgang in seiner vollen Länge, das ,,Aufwachen des Waldes’’, erleben zu dürfen… Jeder hat davon doch etwas für sich mitgenommen. Ein toller Start in die Woche!

 Stille genießen.

Stille genießen.

 Der Blick nach oben.

Der Blick nach oben.

 Zeit zum fotografieren.

Zeit zum fotografieren.

 Durch den Wald.

Durch den Wald.

Von Eliza

Fotos: Dmitry Sharomov