Einmal rund um den Nationalpark

Young Explorer sind bekanntlich gerne in der Natur unterwegs. So entstand beim Camp schnell die Idee, zum Nachtreffen zu wandern. Da sich die Möglichkeit ergab, eine Woche vor dem Nachtreffen Gepäck in der Acherner Skihütte, in der das Nachtreffen stattfinden sollte zu deponieren, beschlossen wir, die ganzen Herbstferien unterwegs zu sein. Schlussendlich formte sich eine Vierergruppe aus YEPs, die Lust und Zeit hatten mit dem Zelt 5 Tage lang den Nationalpark zu umrunden.


Am 30. Oktober ging die Reise für uns, Max, Anna, Fenja und Melina, endlich los. Die Wiedersehensfreude war riesig, ebenso wie die Vorfreude auf eine Woche Abenteuer. Bei schönstem Herbstwetter machten wir uns auf den Weg Richtung Baiersbronn. Gegen Nachmittag kamen wir an die Hirschlach-Hütte und beschlossen dort zu bleiben. Die Hütte selbst war zwar verschlossen, doch der Platz davor erbot sich als optimaler Zeltplatz. Ziemlich schnell wurde es dunkel und wir begannen das Zelt aufzuschlagen. Nach dem wir uns mit Tütensuppe und Polenta gestärkt hatten, krochen wir schon in unsere Schlafsäcke. Im Zelt war es gemütlich warm und wir spielten einige Runden Karten. Nach fast 12 Stunden Schlaf wurden wir von der Sonne geweckt. Der Anblick war grandios. Auf knapp über tausend Metern eröffnete sich uns eine atemberaubende Sicht auf das Nebelmeer.

Die warme Sonne trocknete unser Zelt und wärmte uns beim Frühstück. Es hätte nicht besser sein können. Selbst ein vorbeifahrender Förster winkte uns fröhlich, als wir, von ihm überrascht, schnell unsere Isomatte mit leckerem Brot, Aufstrich, Marmelade, Obst und Gemüse aus dem Weg räumen mussten. Recht spät machten wir uns auf den weiteren Weg. In Baiersbronn deckten wir uns mit neuem Brot, Schokolade und Aufstrich ein. Bei schönstem blauem Himmel gönnten wir uns oberhalb von Baiersbronn eine wohlverdiente Mittagspause und machten auf der Karte unseren Schlafplatz für die Nacht ausfindig. Er sollte unbedingt wieder so hoch und in Richtung des Sonnenaufgangs ausgerichtet sein. Abends gelangten wir dann an die Johanna-Katz Hütte, die unsere Vorstellung sogar noch übertraf. Nach dem Essen war es Zeit für eine Runde Sternfotografie. Dabei entstanden wunderschöne Bilder. Wir fotografierten, bis es uns zu kalt wurde. Im Zelt eine Runde Karten, dann ein Blick auf die Uhr: halb neun, Schlafenszeit. Am nächsten Morgen begrüßte uns ein Anblick, der den ersten noch übertraf. 

Das nächste Ziel sollte die Schwarzenbach Talsperre sein, offen ob wir sie an diesem oder am nächsten Tag erreichen würden. Nach vielen Höhenmetern, einem spendierten Eis in Schönmünzach und einer abenteuerlichen Abkürzung waren wir doch überrascht, am Abend vor der riesigen Staumauer zu stehen. Doch es wurde schon dämmrig und wir hatten noch keinen Schlafplatz gefunden. Also machten wir uns auf den Weg zu Wegscheidhütte, in der wir nach diesem anstrengenden Tag wohlverdient schlafen konnten ohne das Zelt aufzustellen.


Der nächste Morgen begrüßte uns mit Regen. Trotz der richtigen Ausrüstung machte uns das Wetter zu schaffen. Die zunehmende Kälte und die Nässe von innen und außen, sorgten dafür, dass uns allen ziemlich kalt wurde. Recht früh fanden wir deshalb am Nachmittag einen Platz für die Nacht, wo wir uns mit warmem Essen und Tee stärkten und unsere Laune wieder stieg. Am nächsten Morgen weckten uns von der Zeltdecke fallende Wassertropfen. Hatte es etwa so stark geregnet, dass das Zelt undicht geworden war? Ein Blick aus dem Zelt heraus verschaffte Klarheit. Schon beim Aufziehen des Reißverschlusses splitterte Eis zu allen Seiten weg. Das ganze Außenzelt war gefroren! Beim Loslaufen zeigte das Thermometer der Hütte frische 3°C. 

Mittlerweile hatten wir unser Ziel, den Nationalpark einmal zu umrunden schon fast erreicht und befanden uns im Nationalparkgebiet. Allerdings war es erst Donnerstag und wir wollten erst am nächsten Tag am Ruhestein sein. Daher beschlossen wir die nächste Nacht im Wanderheim Ochsenstall zu verbringen - auch um vor dem Nachtreffen noch einmal geduscht zu haben.

Über den Weg über die Hornisgrinde und den Seensteig kamen wir gegen Mittag an der Acherner Skihütte an - vollgepackt mit schönen Erinnerungen und Geschichten. Rückblickend waren wir ungefähr 100 Kilometer unterwegs, eine wunderbare Erfahrung, der sicher noch viele dieser Art folgen werden.

Text: Melina Kuhnert

Bilder: Anna Boessneck und Max Mandel